Schnelle Hilfe für Selbständige, Gewerbetreibende,
ehemals Selbständige, Verbraucher

Wer die Spur nicht wechselt, hat keine Chance zum Überholen.

(Chinesisches Sprichwort)

Voraussetzungen

Um ein Regelinsolvenzverfahren einleiten zu können, muss ein Insolvenzgrund vorliegen.

Insolvenzgründe sind:

  • Zahlungsunfähigkeit
  • Drohende Zahlungsunfähigkeit (nur bei Eigenantrag durch den Schuldner (§ 18InsO))
  • Überschuldung (nur bei juristischen Personen (§ 19InsO))

Für die Antragstellung eines Regelinsolvenzverfahrens ist kein außergerichtlicher Einigungsversuch nötig, wobei dies bei einem Privatinsolvenzverfahren ein Muss ist.

Antragsverfahren

Der Insolvenzantrag ist vom Schuldner bei dem für ihn zuständigen Insolvenzgericht korrekt zu stellen. Das heißt, dass das vom Insolvenzgericht gestellte und vorgegebene Formular verwendet werden muss. Der Schuldner hat peinlich genau darauf zu achten, dass der Antrag vollständig und einwandfrei ausgefüllt wird. Ansonsten wird das Gericht den Antrag ablehnen. Es empfiehlt sich wie Anfangs schon erwähnt, unbedingt professionelle Hilfe hinzuzuziehen.

Zurückziehen eines Regelinsolvenzantrags

Nicht selten kommt es vor, dass sich die Umstände die zur Antragstellung führten ändern und man den Antrag auf Eröffnung des Regelinsolvenzverfahrens zurücknehmen will. Dies ist nur möglich, solange das Insolvenzgericht das Insolvenzverfahren noch nicht eröffnet hat, bzw. das Insolvenzgericht dem Antrag nicht stattgegeben hat.

Vorläufiger Insolvenzverwalter und Insolvenzverwalter

Vom Insolvenzgericht wird ein Gutachter bestellt. Er prüft, ob ein Insolvenzgrund vorliegt und die Massekosten gedeckt sind.

Zeitgleich kann das Insolvenzgericht, bevor das Verfahren überhaupt eröffnet wurde, auch einen vorläufigen Insolvenzverwalter einsetzen. Dessen Aufgabe wird es ab jetzt sein, eventuelles Vermögen bei Ihnen zu sichern (Insolvenzmasse). In vielen Fällen wird er oder einer seiner Mitarbeiter Ihre Geschäftsräume aufsuchen.

In aller Regel werden die Aufgaben des Gutachters, des vorläufigen Insolvenzverwalters und des Insolvenzverwalters (ab Zeitpunkt der Eröffnung), von ein und derselben Person ausgeführt.

Eröffnung des Insolvenzverfahrens

Der Gutachter wird, sollte ein Insolvenzgrund vorliegen und die Verfahrenskosten gedeckt sein, dem Gericht empfehlen, das Verfahren zu eröffnen.

Sollte kein Insolvenzgrund vorliegen und / oder die Verfahrenskosten nicht gedeckt sein, wird das Gericht das Verfahren nicht eröffnen.

Handelt es sich beim Antragsteller um eine natürliche Person, kann diese einen Stundungsantrag über die Verfahrenskosten und zeitgleich einen Antrag auf Restschuldbefreiung stellen. Bei Antragsbewilligung bekommen somit auch Schuldner, die über kein Vermögen bzw. Einkommen verfügen, die Aussicht auf eine Restschuldbefreiung.


Infos zur Stundung: Es bedarf sicherlich keinerlei Erklärungen, dass ein Schuldner bei der Antragstellung auf Stundung wahrheitsgemäße und vollständige Angaben macht. Außerdem muss der Schuldner eine angemessene Erwerbstätigkeit ausführen. Sollten diese Punkte nicht beachtet werden, kann die Stundung durch das Gericht zu jeder Zeit (§ 4 c InsO) wieder aufgehoben werden.


Eröffnungsbeschluss und Aufforderung zu Forderungsanmeldungen

Sobald das Gericht bestätigt, dass die Voraussetzungen zur Verfahrenseröffnung gegeben sind, wird durch dieses der Eröffnungsbeschluss erlassen und das Insolvenzverfahren eingeleitet.

Zeitgleich beginnt für den Schuldner der Pfändungsschutz. Logischerweise gilt dieser aber nur für Verbindlichkeiten, die vor der Verfahrenseröffnung entstanden sind. Das Insolvenzgericht ernennt den Insolvenzverwalter, in aller Regel wird es der vorläufig eingesetzte Rechtsanwalt sein.

An den Insolvenzverwalter gehen mit sofortiger Wirkung alle Rechte zur Verwaltung und Vergütung über. Ab jetzt dürfen schuldenbefreiende Leistungen ausnahmslos nur noch an ihn geleistet werden.

Er wird unter anderem die wirtschaftliche Lage des Schuldners bzw. des betroffenen Unternehmens prüfen. Ebenso wird er nach Möglichkeiten einer Unternehmenssanierung suchen.

Der Schuldner steht in der Pflicht mit seinem Insolvenzverwalter zusammen zu arbeiten. Er muss alle notwendigen Unterlagen vorlegen sowie alle erforderlichen Auskünfte erteilen.

Der Insolvenzverwalter kontaktiert alle ihm bekannten Gläubiger und fordert diese auf, ihre Forderungen und Sicherungsrechte innerhalb einer vorgegebenen Frist anzumelden. Gläubiger die ihre Forderung nicht zur Tabelle melden, werden zukünftig nicht mehr im Insolvenzverfahren berücksichtigt.

Berichtstermin, Forderungsanmeldungen, Prüfungstermin

Vor dem Berichtstermin wird eine Vermögensübersicht des Schuldners vom Insolvenzverwalter erstellt. Im Berichtstermin gibt der Insolvenzverwalter die wirtschaftliche Lage des Schuldners bekannt und erläutert, ob Aussicht auf Erhalt des Unternehmens des Schuldners im Ganzen oder zu Teil besteht.

Alle Gläubiger müssen nun Ihre Forderungen gegen den Schuldner beim Insolvenzverwalter bis zum Ablauf der Anmeldefrist (wird öffentlich bekannt gegeben) anmelden. Forderungen müssen mit Hilfe von Nachweisen wie z. B. Urkunden erfolgen.

Der Insolvenzverwalter prüft anhand der ihm vorgelegten Nachweise die Forderungen, welche er im anschließenden Prüfungstermin dem Gericht zur formellen Prüfung vorlegt. In diesem Termin werden normalerweise nur noch Forderungen besprochen, die entweder vom Insolvenzverwalter oder von einem Gläubiger bestritten werden.

Berichtstermin und Prüfungstermin können auch gleichzeitig stattfinden.

Schlusstermin und Verteilung

Eventuell vorhandene Vermögenswerte werden beim sogenannten Schlusstermin verteilt.

Hieraus werden zuerst die Kosten des Verfahrens und des Insolvenzverwalters / Treuhänders beglichen (Masseverbindlichkeiten). Danach werden die Massegläubiger und, sollte noch etwas übrig sein, die Insolvenzgläubiger bedient.

Das Insolvenzverfahren wird beendet

Der letzte Abschnitt des Verfahrens ist die Aufhebung des Insolvenzverfahrens. Sobald die Masse laut Vermögensverzeichnis aufgeteilt wurde, wird das Insolvenzgericht das Insolvenzverfahren durch Beschluss aufheben.

Jetzt entscheidet das Insolvenzgericht, ob für den der Schuldner die Wohlverhaltensperiode beginnen kann. Hierfür ist es notwendig, dass keine Versagungsgründe vorliegen.

Sollten keine Versagungsgründe vorhanden sein, folgt die Wohlverhaltensperiode, welche in der Regel sechs Jahre nach Eröffnung des Verfahrens endet. Ausnahmefälle: nach 3 Jahren, nach 5 Jahren

Nachdem die Wohlverhaltensperiode abgelaufen ist, wird das Gericht prüfen, ob der Schuldner all seinen Verpflichtungen ordnungsgemäß nachgekommen ist. Sollte dies der Fall sein, erteilt das Gericht die Restschuldbefreiung.


Vor dem Schritt zur Antragstellung

Beachten Sie, dass es unabdingbar ist, die Antragstellung im Vorfeld gut zu planen und vorzubereiten. Eine fachlich qualifizierte Beratung und Begleitung, die Ihnen die Schuldnerbetreuung Bayern bietet, sollten Sie hierbei auf jeden Fall in Anspruch nehmen.

Wir beraten Sie ausführlich, welche Schritte vor der Antragstellung erledigt werden sollten. Eine unüberlegte und zu schnelle Antragstellung kann Ihnen sehr viele Stolpersteine auf den Weg zum Neuanfang bescheren, bzw. diesen gänzlich verwehren.

Achtung bei einem Fremdantrag auf Insolvenz!

Sehr wenig Zeit zum Handeln bleibt Ihnen, wenn ein sogenannter Gläubigerantrag (Fremdantrag) gestellt wurde. Lassen Sie keine wertvolle Zeit verstreichen und handeln Sie umgehend.
Wir beraten Sie ausführlich und klären ab, welches das für Sie richtige Insolvenzverfahren ist und wie Sie rechtssicher auf den Fremdantrag reagieren können, sollten und müssen um diesen abzuwehren.


Wir sind eine staatlich anerkannte Beratungsstelle gem. § 305 Abs. 1 InsO.

Wir sind auf Schulden- und Insolvenzberatung spezialisiert. Alle unsere Berater können auf jahrelange Berufserfahrung in Sachen Verbraucher- und Regelinsolvenz zurückblicken. Wir sind stolz darauf, dass wir bisher in über 90 Prozent der Fälle, unseren bisherigen Mandanten in ein neues Leben ohne Schulden verhelfen konnten.

Selbstständig auch während einer Regelinsolvenz?

Bei Selbstständigen und freiberuflich tätigen Personen zeigen wir Ihnen den Weg,
wie Sie ihre Selbstständigkeit auch im Insolvenzverfahren weiterführen können, vorausgesetzt Sie wollen dies überhaupt noch.

Natürlich stehen wir Ihnen auch nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens jederzeit mit Rat und Tat zur Seite.

 

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